Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)

Die Heidelbeere

wird auch Blaubeere, Schwarzbeere, Wildbeere, Waldbeere, Bickbeere, Zeckbeere, Mooßbeere oder Heubeere genannt. Die Äbtissin Hildegard von Bingen hat bereits im Mittelalter die Heilwirkung der Heidelbeere beschrieben.

Vorkommen & Herkunft:

Heidelbeeren stammen ursprünglich aus Nordamerika.

Heute sind sie vor allem auf der nördlichen Halbkugel von der Arktis bis in die Mittelmeerländer zu finden.

Die Heidelbeere wächst in Wäldern mit saurem, torfigen Boden. In den Alpen gedeiht sie vereinzelt bis zu einer Höhe von 2500 m. Verbreitungskarte ansehen (externer Link)

Die Merkmale der Pflanze:

Die Heidelbeere ist ein sommergrüner Halbstrauch mit einen weitkriechenden Wurzelstock, aus dem sich zahlreiche kantige Äste bilden. Der Strauch kann ein ein Alter von bis zu 30 Jahren erreichen.

  • Wuchshöhe: 10-40 (max. 50) cm;
  • Blätter: kurz gestielt, 1-3 cm lang, Blattspreite einfach, oval-eilanzettlich, Blattrand fein gesägt; grün, Unterseite heller; wechselständig stehend;
  • Blüten: zwittrig, einzeln in den Blattwinkel hängend; Krone kugelig, krugförmig, 4-6 mm lang, grünlich bis rot; 4 oder 8 Staubblätter, Fruchtknoten unterständig;
  • Blütezeit: Mai–Juli;
  • Früchte: Beeren, dunkelblau bis schwarz (selten schmutzig weiß), bereift (selten glänzend), kugelig, 5-8 mm im Durchmesser, Fleisch und Saft dunkel;

Man unterscheidet zwischen den kleineren Waldheidelbeeren, die intensiv blau färben, und den größeren Kulturheidelbeeren, die zwar auch eine blaue Haut haben, deren Fruchtfleisch und Saft aber farblos sind. Sie wachsen im Gegensatz zu unseren heimischen Waldheidelbeeren an bis zu 2 m hohen, kräftigen Sträuchern. Im helleren Inneren befinden sich viele kleine Samen.

Verwendung:

Der Geschmack der Früchte ist süß-säuerlich mit feinem Waldaroma. Heidelbeeren vor der Zubereitung kalt abbrausen und abtropfen lassen. Sie eignen sich sowohl zum Frischverzehr als auch für die Herstellung von Heidelbeerwein und Heidelbeerlikör. Da der Saft der Heidelbeeren besonders gut gelierfähig ist, lassen sich daraus hervorragend Marmeladen oder Gelees zubereiten. In der Küche werden die Beeren vielfältig zu Kuchen und Desserts verwendet. Die Heidelbeeren kann man auch trocknen, sodass sie wie harte, kleine Rosinen sind. Diese trockenen Beeren kann man gegen Probleme der Mund- und Rachenschleimhaut kauen.

Anbau:

Kulturheidelbeeren verlangen einen leicht feuchten, halbschattigen Standort in einem sauren Boden auf Torfbasis. Die Aussaat der Samen erfolgt auf stets leicht feucht zu haltendem Torf-Sand-Substrat von Spätsommer bis Frühjahr. Die Töpfe geschützt und sonnig im Freien aufstellen, nach Auflaufen der Sämlinge diese dann halbschattig stellen.

Inhaltsstoffe:

Der ernährungsphysiologische Wert der Kulturheidelbeeren und der Waldheidelbeeren ist nahezu identisch. Sie enthalten reichlich Fruchtsäuren, Ballaststoffe, Eisen und Vitamin C. Heidelbeeren sind besonders reich an Karotenen. Ebenso bedeutend ist die Konzentration an Vitamin C. Außerdem enthalten Heidelbeeren viel Tannin (Gerbstoff).

100 g Frische Heidelbeeren entalten:

Energieträger Mineralstoffe Vitamine
42 kcal 1mg Natrium 6µg Vitamin A
176 kJoule 73mg Kalium 0,1mg Vitamin B6
0.6 Broteinheiten 2mg Magnesium 30mg Vitamin C
7.4 Kohlenhydrate 13mg Calcium 2,1mg Vitamin E
0.6 g Protein 13mg Phosphor 3µg Folsäure
0.6g Fett 0.7 mg Eisen
0.4g mehrf. unges. FS 0,1 mg Zink

Blätter: Chinolizidinalkaloide, Flavonoide, Gerbstoffe, Iridoide, Kaffeesäurederivate, Phenolcarbonsäuren.
Früchte: Fruchtsäuren, Gerbstoffe, Anthocyane, Flavonoide, Iridoide, Kaffeesäurederivate, Pektine. Karotin, Vitamin B6, Vitamin C und Magnesium

Medizinische Anwendung:

  • Verdauungsbeschwerden
  • Entzündliche Veränderungen im Mund- und Rachenraum
  • Heidelbeeren sollen fiebersenkend wirken
  • Das enthaltene Tannin (Gerbstoff) wirkt Schleimhaut bildendend, beugt Entzündungen vor und Bakterien abtötet.
  • Die enthaltenen Karotene panzern das Immunsystem und die Körperzellen gegen Bakterien und freie Radikale.
  • Getrocknete Heidelbeeren sind ein altes Volksheilmittel gegen Durchfall gegen gegen Probleme der Mund- und Rachenschleimhaut.

Vaccinium myrtillus L.

Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)

Urheber: ІваннаКеречанин, Quelle: Wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Systematik:

Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida), Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Gattung: Heidelbeeren (Vaccinium)

Tipps:

  • Die ungewaschenen Früchte lassen sich bei niedrigen Temperaturen einige Tage im Kühlschrank lagern.
  • Die Haut der Heidelbeeren sollte glatt sein und einen silbernen Überzug aufweisen.
  • Sie eignen sich auch besonders gut zum Einfrieren.
  • Saftflecken von Heidelbeeren sollten man sofort mit Zitronensaft einreiben und dann umgehend mit einer Waschmittellauge auswaschen.

Bilder:

Zum Vergrößern sowie zur Quellen- und Lizenzangabe anklicken.

Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) Heidelbeerstrauch mit Früchten Blüten und Blätter der Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) Blüte der Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) Heidelbeeren, Früchte

Hinweis: Diese Seite stellt eine Basisinformation dar. Sie wird routinemäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. Sollte eine Datei gegen Urheberrechtsbestimmungen verstoßen, wird um Mitteilung gebeten, damit diese unverzüglich entfernt werden kann. Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen