Baumtomate (Solanum betaceum)

Baumtomate oder Tamarillo

Zu Tomaten bestehen keine botanischen Verwandtschaften, außer dass beide der Familie der Nachtschattengewächse angehören.

Vorkommen & Herkunft:

Baumtomaten sind ursprünglich in den Anden Südamerikas beheimatet, wahrscheinlich in Peru, Chile oder Bolivien. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden sie in ganz Südamerika, auf dem afrikanischen Kontinent, in Kalifornien und Neuseeland verbreitet.

Zwischenzeitlich wird die Tamarillo auch in Europa, z.B. Portugal, Spanien und Italien angebaut.

Die Merkmale der Pflanze:

Die Tamarillo ist ein kleiner, teilweise verholzter, 2 bis 7 m hoher, baumartiger Strauch. Die immergrüne Pflanze ist ein Flachwurzler und besitzt eine schirmförmige bis rundlichen Krone. Die Stämme sind dicht mit unverzweigten, drüsigen und undrüsigen Trichomen behaart. Die papierartigen, wohlriechenden und herz- bis eiförmigen Laubblätter stehen an 3 bis 25cm langen Blattstielen. Sie werden 10 bis 40 cm langen und 4 bis 10 cm breit. Ihre Blattspitze ist zugespitzt und der Rand ist ganzrandig. Die rosa- oder lavendelfarbenen Blüten stehen in kleineren Gruppen und sind 2,5 bis 15cm lang. Die einzelnen Gruppen bestehen aus zehn bis 50 zwittrigen Blüten.

Die gelb bis orange, rot oder violetten Früchte sind länglich eiförmig oder an den Enden gespitzt. Die zweikammerigen Beeren werden 4 bis 10 cm lang und 3 bis 5 cm dick und haben eine glatte, harte, ledrige Schale die manchmal leicht dunkel der Länge nach gestreift ist. In ihr befinden sich essbare, abgeflachte, fast kreisförmige und dicht behaarte Samen. sowie auffallend lange Stiele. Das orangerote bis cremegelbe Fruchtfleisch ist im Aufbau ähnlich einer Tomate, der Geschmack erinnert allerdings nur leicht an Tomaten.

Verwendung in der Küche:

Der Geschmack der Tamarillo ist leichtherb und süßsäuerlich. Die Früchte können im rohen und gekochten Zustand gegessen werden. Die bittere Schale sollte man vorher abziehen. Man kann sie in pikanten Salaten verwenden, wie Tomaten garen und als Beilage zu Fisch- und Fleischgerichten geben.

Baumtomaten können auch zu Brotaufstrichen, verschiedenen Süßspeisen, Marmelade oder Chutneys verarbeitet werden.

Anbau:

Heute wird die Tamarillo rund um den Erdball angebaut. In Mitteleuropa wird sie entweder entweder in einem Glashaus oder in der Wohnung kultiviert und lässt sich sehr gut aus Samen ziehen. Die Samen im warmen Wasser spülen, abtupfen und gut trocknen lassen. Diese sodann in einem Blumentopf oder -kübel mit Anzuchterde geben, leicht mit Erde bedecken, gut angießen und eine Plastiktüte über das Ganze stülpen. Den Topf schattig und warm (20 und 25°C) stellen. Nach ca. 14 Tagen beginnen die Samen zu keimen. Sobald die Pflänzchen kräftige, grüne Blätter entfaltet haben, vereinzeln.

Die Baumtomate braucht einen lehmigen Nährboden, Garten einen sowohl sonnen- als auch windgeschützten Platz. Sie bildet im zweiten Jahre nach der Anzucht erst Früchte aus. Zum Überwintern genügen 5 °C. Kleine Pflanzen können auch bei Raumtemperatur überwintert werden. Baumtomaten sind anfällig für Blattläuse.

Inhaltsstoffe:

100 g Tamarillo weisen einen Brennwert von etwa 240 kJoule auf. Die Früchte bestehen zu 82,7 bis 87,8% aus Wasser, etwa 1,5% Eiweiß, 10,3% Kohlenhydraten und 0,06 bis 1,28% Fett. An Mineralien und Vitaminen sind Kalium, Kalium, Magnesium, Eisen und Phosphor sowie Vitamin A, B6, C und E enthalten.

Medizinische Anwendung:

  • Die Blätter der Pflanze werden in der ecuadorianischen Volksmedizin als Mittel gegen Halsschmerzen verwendet.

Solanum betaceum Cav

Synonym: Cyphomandra betacea

Baumtomate (Solanum betaceum)

Urheber/Quelle/Lizenz: Carstor, Wikimedia, CC BY-SA 3.0

Systematik:

Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Gattung: Nachtschatten (Solanum)

Bilder:

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