Açaí-Palme (Euterpe oleracea)

Die Açaí-Palme

wird auch Jucara-Palme, Assai-Palme oder Kohlpalme genannt.

In den letzten Jahren haben die Açaí und ihre Produkte als Superfood große Popularität erlangt.

Verbreitung/Vorkommen:

Die Açaí-Palme hat ihr natürliches Verbreitungsgebiet in verschiedenen Regionen des Amazonasgebietes, allen voran in Brasilien aber auch in Bolivien, Kolumbien, Peru, Ecuador, Venezuela, Surinam und Guayana. Dort ist die Palme am häufigsten an Flussrändern und saisonal überfluteten Gebieten anzutreffen.

Mittlerweile erstreckt sich ihr Vorkommen von Zentralamerika bis zum tropischen Südamerika. In der Karibik kommt sie auf Trinidad und den Kleinen Antillen vor.

Merkmale:

Die Kohlpalme ist eine recht schnell wachsende Palme, die in Büscheln bzw Gruppen steht. Sie kann ein Alter von 20-25 Jahren erreichen. Die Krone besteht aus 8 bis 14 bogigen Palmwedeln. An jeder Palme werden pro Jahr 2 bis 8 Fruchtstände reif, die 4 bis 6 kg Früchte tragen.

  • Wuchshöhe: bis 25 m;
  • Stamm: 7-18 cm im Durchmesser, grün, oft von Flechten bewachsen und daher grau erscheinend;
  • Blätter: Blattstiel 17-50 cm lang; Blattscheide 60-150 cm lang, gefiedert, olivgrün, beidseitig 40-80 Fiederblättchen;
  • Blütenstand: Blütenstand einfach verzweigt und protandrisch, Blütenstandsstiel kürzer als Blütenstandsachse; Vorblatt papyrusartig, doppelt gekielt und abfallend; Hochblatt gleich oder fast gleich lang wie das Vorblatt, papyrusartig und abfallend; Seitenzweige meist dicht behaart;
  • männliche Blüten: ungestielt, Kronblätter nicht verwachsen, 6 Staubblätter;
  • weibliche Blüten: breit überlappende Kelch- und Kronblätter, Fruchtknoten einfächrig;
  • Blütezeit: ganzjährig;
  • Früchte: Steinfrüchte, kugelig, anfangs rot, später fast schwarz, 1-2 cm groß;
  • Wurzeln: rote Adventivwurzeln, bildet auch Pneumatophoren (Luftwurzeln).

Verwendung:

In der Küche werden sowohl die Früchte als auch die Palmherzen genutzt. Junge Blätter werden als Palmkohl verzehrt. Die Palmherzen ("Palmito") werden aus dem oberen Stammbereich herausgeschält, dazu muss jedoch die gesamte Palme abgeschlagen werden. Das Herz wird in Essig eingemacht oder als Gemüse gekocht. Die Früchte werden zu Saft und von den Indios auch zu Wein den "Vinho de Assai" verarbeitet. Der Saft bildet einen wichtigen Nahrungsbestandteil für die Landbevölkerung in den Überschwemmungsbereichen des Amazonas.

Aus den Samen der Früchte kann Speiseöl gewonnen werden. Der Açaí-Samen wird auch im Kunsthandwerk verwendet.

Die Blätter der "Açaizeiros" werden zu Matten oder Körben verarbeitet und dienen auch als Dacheindeckung.

Das Holz wird lokal für Sparren, Latten oä verwendet.

Anbau:

Die Açaí-Palme bevorzugt durchlässige, feuchte Böden mit neutralen bis sauren pH-Werten. Junge Pflänzchen benötigen Schatten, ausgewachsene Palmen vertragen auch die volle Sonne, wenn der Boden feucht genug ist.

Mit einem Alter von 3 Jahren beginnen die Palmen Früchte zu tragen, nach weiteren 3 Jahren liefern sie vollen Ernteertrag.

Inhaltsstoffe:

Açaí-Beeren sind hochenergetisch, reich an pflanzlichen Proteinen, Antioxidantien und enthalten ein- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren.

100 g frische Früchte enthalten: ca. 190 kcal, 4,4 g Proteine, 140 mg Calcium, 500 mg Kalium, 58 mg Phosphor, 2,4 mg Eisen, 0,36 mg Vitamin B1, 0,01 mg Vitamin B2, 24 mg Vitamin E und 0,40 mg Niacin.

Medizinische Anwendung:

In der Volksmedizin werden ua verwendet:

  • Saft zur Behandlung von Blutungen, Skorpionbissen, Wunden und Schnitten;
  • Tee von gekochten Blättern oder den Samen bei Fieber;
  • Öl gegen Durchfall;
  • die Wurzel bei der Behandlung von Blutungen und gegen Würmer.

Euterpe oleracea Mart.

Açaí-Palme (Euterpe oleracea)

Systematik:

Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida), Commeliniden
Ordnung: Palmenartige (Arecales)
Familie: Palmenartige (Arecales)
Gattung: Euterpe

Synonyme:
Catis martiana O.F.Cook
Euterpe badiocarpa Barb.Rodr.
Euterpe beardii L.H.Bailey
Euterpe brasiliana Oken
Euterpe cuatrecasana Dugand

Quellen und Links:

Bilder:

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