Gänseblümchen (Bellis perennis)

Vorkommen & Heimat Merkmale Verwendung Anbau/Kultur Inhaltsstoffe Medizinische Anwendung Systematik

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Das Gänseblümchen

wird auch Maßliebchen, Tausendschön, in der Schweiz Margritli genannt und zählt zu den bekanntesten Pflanzenarten Europas.

Der wissenschaftliche Name Bellis perennis wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht. "Bellis" kommt von bellus (= hübsch, niedlich), "perennis" von per (= durch) und annus (= Jahr), also blüht das schöne Gänseblümchen das ganze Jahr. Der deutsche Name ergibt sich wohl daraus, weil es von Gänsen gefressen wird. In England wird es "Day's Eye" (= Auge des Tages) oder einfach Daisy genannt.

Vom Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise (NHV Theophrastus) wurde das Gänseblümchen zur Heilpflanze des Jahres 2017 gekürt.

Bellis perennis ist eine Lichtblume und wendet ihren Kopf der Sonne zu. Über Nacht und bei Regen schließen sich die Blütenköpfchen.

Verbreitung/Vorkommen:

Die ursprüngliche Heimat des Gänseblümchens ist der Mittelmeerraum, zwischenzeitlich auch Mittel- und Nordeuropa. Durch den Menschen wurde die Art in verschiedenen Ländern eingeschleppt; Verbreitungskarte bei GBIF.

Das Gänseblümchen gedeiht bevorzugt an sonnigen Plätzen, man findet es auf Wiesen, Feldern, an Wegrändern, in Parks und Gärten.

Merkmale:

Das Gänseblümchen ist eine ausdauernde, krautige Pflanze (mehrjähriger Hemikryptophyt), die Wuchshöhen von meist 4-15 (max. 20) erreicht. Die Blüten schließen sich nachts und bei schlechtem Wetter, sie öffnen sich morgens und folgen dem Sonnenstand.

  • Blätter: in grundständiger Blattrosette stehend; gestielt; spatelförmig bis verkehrt eiförmig oval geformt, 6-40 x 4-20 mm, in den Stiel verschmälert; meist stumpf gezähnt, behaart bis fast kahl;
  • Blütenstängel: zart behaart, einköpfig und blattlos;
  • Blüten: Scheinblüte, körbchenförmiger Blütenstand; Blütenköpfe 1-3 cm im Durchmesser, Hülle 4-6 mm lang, meist 13 stumpfe oder kurz zugespitztw Hüllblätter 13, Boden kegelförmig und hohl; mittig gelbe Röhrenblüten, zwittrig und trichterförmig, ca. 1,5 mm lang; außen weiße Zungenblüten, in 2 Reihen angeordnet, zygomorph, weiblich, 4-8 (max. 11) mm lang, an der Spitze oft rötlich;
  • Blütezeit: 2-11
  • Früchte: 1-2 mm lange Achänen ohne Pappus; Frucht- und Samenschale miteinander verwachsen;
  • Wurzeln: aufrechtes, kurzes Rhizom mit faserigen Wurzeln.

Anbau/Garten:

Das Gänseblümchen gilt als ausgesprochen anspruchslos und ist winterhart. Die Pflanze gedeiht an sonnigen bis halbschattigen Standorten mit feuchten, möglichst nahrhaften Böden. Es vermehrt sich generativ durch Samen (Achänen) und vegetativ. Durch Züchtungen sind veschiedene, teils prall gefüllte Varianten entstanden. Diese eignen sich auch sehr gut als Kübelpflanzen.

Damit die Gänseblümchen sich gut entfalten können, dürfen sie nicht zu dicht gepflanzt werden, ein Pflanzabstand von 10 cm ist ideal. Bei schweren Böden und im Kübel ist eine Drainageschicht mit Sand, Kies oder Blähton zu empfehlen, denn Staunässe vertragen die Wurzeln nicht.

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Das Gänseblümchen kann von den Rostpilzen Puccinia obscura und Puccinia lagenophorae befallen werden.

Verwendung:

Die zarten Blätter (am besten aus dem Inneren der Rosette) und Blüten werden für Salate und Rohkostaufstriche verwendet. Die Blüten besitzen im noch geschlossenen bis halboffenen Zustand einem leicht nussigen Geschmack, komplett geöffnet sind sie leicht bitter. Die Knospen können auch als "falsche Kapern" eingelegt werden. Gänseblümchen regen wegen des Gehaltes an Bitter- u Gerbstoffen den Stoffwechsel an, in größeren Mengen sind sie jedoch schwach giftig.

Frühlingskräuteraufstrich (Rezept): 2 Handvoll Gänseblümchen (ganze Pflanze mit Blüte aber ohne Wurzel), 1 Handvoll Scharbockskrautblätter, 1 EL Saurampferblätter, 1 EL Löwenzahnblätter, Kresse, 1 Zwiebel, 2 EL Rahm, 1 TL Zitronensaft, Salz. Kräuter fein hacken und mit den anderen Zutaten verrühren, fertig!

Gänseblümchentee (Rezept): 2 TL frisch gepflückte Blüten mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 10-15 min ziehen lassen, abseihen und nach Belieben mit Honig süßen.

Von Kindern werden Gänseblümchen gerne zu Blütenkränzchen geflochten oder zum Orakelspiel "Liebt mich-liebt mich nicht" genutzt, dazu werden die weissen Zungenblüten ausgezupft.

Inhaltsstoffe:

Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind Saponine, Gerb- und Bitterstoffe, Schleimstoffe, Flavonoide, Polyine, Mineralstoffe, Vitamin C, organische Säuren und etwas ätherisches Öl.

Medizinische Anwendung:

Der verwendete Pflanzenteil ist das Kraut des Gänseblümchens mit den Blüten (Bellidis perennis herba cum flores).
  • Das Gänseblümchen hat eine schleimlösende, entzündungshemmende und blutreinigende Wirkung. Es wird bei Atemwegserkrankungen, Menstruationsbeschwerden und Leberleiden eingesetzt.
  • Äußerlich wird die Heilpflanze bei Verstauchungen und Zerrungen angewendet.
  • In der Homöopathischie reicht das Einsatzgebiet von Bellis Perennis von dem ganzen Spektrum stumpfer Verletzungen über banale Atemwegserkrankungen und Hautprobleme bis hin zu Frauen-Problemen. Bellis Perennis wird meist in niedriger Potenz eingesetzt.
  • Die Pflanze sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden.

Bellis perennis L.

Bellis perennis, Urheber: Johann Georg Sturm

Systematik:

Klasse:Magnoliopsida (Bedecktsamer)
Ordnung:Asterales (Asternartige)
Familie:Asteraceae (Korbblütler)
Gattung:Bellis (Gänseblümchen)

Quellen und Links:

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