Gemeiner Spargel (Asparagus officinalis)

Gemüsespargel oder Gemeiner Spargel

Das königliche Gemüse wurde bereits vor mehr als 5000 Jahren den alt-ägyptischen Pharaonen als Delikatesse serviert. Wandmalereien und Fresken von Spargelmahlzeiten in den Königspyramiden legen Zeugnis davon ab. Die Herrscher des Altertums kannten allerdings nur den Wildspargel, schätzen ihn als Gemüse und Heilpflanze. Asparagos ist griechisch und bedeutet soviel wie junger Trieb.

Erstmals kultiviert wurde Spargel wohl von den Römern um 200 vor Christus. In Deutschland wird der Spargel seit dem 16. Jahrhundert angebaut, weiße Bleichspargel erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts.

Verbreitung/Vorkommen:

Als Heimat des Gemüsespargels wird der östliche Mittelmeerraum und Mesopotamien angenommen.

Die Merkmale der Pflanze:

Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, die sich in ihren Blüten unterscheiden, aber auch Zwitterblüten treten auf.

  • Habitus: sommergrüne, krautige, mehrjährige Staude, Stängel reichlich verzweigt;
  • Wuchshöhe: 60-150 cm;
  • Laub: fiedrige Scheinblätter, zu 1-6 an den Knoten angeordnet;
  • Blüten: einzeln oder in kleinen Gruppen in den Blattachseln, gestielt, hängend; Blütenhülle strahlig, hell-grünlichgelb, 4-6 mm breit, verwachsenblättrig, sechsteilig; männliche schmal glockenartig; weibliche und zwittrige fast kugelförmig; 6 Staubblätter, Gynoeceum verwachsenblättrig, ein Griffel;
  • Blütezeit: von Natur aus ab mitte Mai, durch die Kultur jedoch meist erst im Juli;
  • Früchte: Beeren, leicht giftig, anfangs grün, dann rot, 6-10mm im Durchmesser, 1-2 Samen enthaltend;
  • Wurzeln: Wurzelstock (Rhizom), bis zu 3 m lange Wurzeln.

Verwendung in der Küche:

Obwohl die meisten Menschen gekochten Spargel bevorzugen, ist es natürlich auch möglich, rohen Spargel zu essen. Allerdings muss bei ungekochtem Spargel auf das zumeist gewüschte Spargelaroma verzichtet werden. Die im Spargel enthaltene Asparaginsäure entfaltet nämlich erst durch das Kochen ihren typischen Geschmack.

Bleichspargel sollte geschält werden! Benutzen Sie einen Kartoffel-, Gemüse- oder am besten einen speziellen Spargelschäler. Schälen Sie vom "Kopf” in Richtung Schnittende.

Frischer weißer oder violetter Spargel wird - je nach Dicke - 15 bis 20 Minuten in kochendem Wasser (mit etwas Salz, Zucker und Butter) zubereitet. Im Gegensatz zum weißen Spargel, müssen die grünen Stangen nicht geschält werden. Starke Gewürze und viel Zitronensaft im Sud verderben das feine Spargelaroma. Garprobe: mit einem Küchenmesser oder einer Gabel in ein Spargelende einstechen - es sollte weich sein, aber noch etwas Widerstand bieten.

Anbau/Kultur:

Asparagus officinalis sollte an einen sonnig Standort mit durchlässigem, lockerem, nährstoffreichem und sandigem Boden gepflanzt werden. Nach der Ernte bilden die verbliebenen Sprosse das Spargelgrün oder Spargelkraut. Grünspargel gedeiht auch auf lehmigeren Böden. Für den professionellen Spargelanbau werden inzwischen bevorzugt männliche Sorten verwendet. Der Wurzelstock überwintert 30 cm unter der Erde. Nach 10 Jahren muss die Anbaufläche gewechselt werden.

Weißer Spargel:

In langen Reihen ziehen sich kleine Erdwälle über die Spargelfelder. Der in Erddämmen herangezogene weiße Bleichspargel wird geerntet, sobald sein "Köpfchen" das Licht erblickt. Die Spargelstange wird freigelegt, mit einem speziellen Spargelmesser auf eine Länge von circa 23-25 cm abgestochen, der Damm sodann wieder geschlossen und geglättet. Spargel schmeckt bitter, wenn er zu dicht am Wurzelstock gestochen wird. Die Spargelsaision endet traditionell am Johannistag, damit die Pflanze Zeit zum Regenerieren hat.

Grüner Spargel:

Für den Hobbygärtner ist der Grünspargel eine gute Alternative zum pflegeaufwändigen weißen Spargel. Grünspargel entwickelt seine charakteristisch gefärbten Spargelstangen oberirdisch. Die Färbung ensteht durch die Chlorophylansammlung und verleiht ihm ein besonderes Aroma. Anders als Bleichspargel wird Grünspargel nach der Ernte nicht gewaschen, da dies die Fäulnisgefahr erhöht.

Inhaltsstoffe:

Spargel ist eine energiearmes, dafür jedoch nährstoffreiches Gemüse mit einem hohen Vitamin C - und Folsäureanteil.

Der grüne Spargel enthält mehr Vitamin A, C und Karotin als der weiße.
100 g frischer Grünspargel enthalten Eiweiß (2 g), Kohlenhydraten (3 g), den Mineralstoffen Phosphor (50 mg), Kalium (240 mg), Calcium (25 mg), Eisen (1 mg), dem Provitamin A (0,3 mg) sowie den Vitaminen B1, B2, B6, C (30 mg) und Folsäure. Dabei haben sie gerade einmal 20 Kalorien.

Medinzinische Anwendung:

  • Es wird dem Spargel eine entwässernde bzw. harntreibende Wirkung nachgesagt. Durch den vermehrten Harndrang wird die Nierentätigkeit angeregt. Es kommt zur vermehrten Ausscheidung von Stoffwechselprodukten. Leber, Niere und Lunge werden somit in ihrer Funktion unterstützt. Ebenso wird das Herz – Kreislaufsystem durch die entwässernde Wirkung entlastet.
  • Auf Spargel verzichten sollten unbedingt die Menschen, die einen Hang zu Nierensteinen oder Nierenentzüdungen haben sowie unter erhöhten Harnsäurewerten leiden. Hier ist es empfehlenswert einen Arzt zu konsultieren und ihn um Rat zu fragen. Auch bei einer sogenannten Spargelallergie, der Spargelkrätze, sollte auf das Gemüse verzichtet werden.
  • Die Wurzeln enthalten Verbindungen, die auf die Hormonproduktion des Menschen wirken.

Asparagus officinalis L.

Gemeiner Spargel (Asparagus officinalis)

Systematik:

Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida), Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Gattung: Spargel (Asparagus)

Tipps:

  • Frischen Spargel erkennt man an fest geschlossenen Spitzen und die Spargelenden sind nicht ausgetrocknet.
  • Da Spargel zu den nitratarmen Gemüsesorten gehört, kann Spargel nach dem Kochen problemlos wieder aufgewärmt werden.
  • Das Spargel-Kochwasser ist als aromatischer Suppenfond weiterzuverwenden.

Spargelrost:: Pilzinfektion, an den Blättern, Stängeln und Trieben entstehen hellgelbe Flecken, auf den sich später die Sporen bilden. Blätter fallen vergilbt ab. Besondere Gefahr in feuchten Lagen. Anbau sollte in Hauptwindrichtung erfolgen, damit Pilzkrankheiten möglichst vermieden werden.

Spargelfliege: Diese Bohrfliege legt ihre Eier ab April in die Triebspitzen des Spargels ab. Die Larven fressen sich durch den Spargeltrieb von oben bis unten durch. Die verpuppte Fliege überwintert am Spargelkraut.

Quellen und Links:

www.luontoportti.com/suomi/de/kukkakasvit/gemusespargel
de.wikipedia.org/wiki/Gemüsespargel
www.bzfe.de/inhalt/spargel-5845.html

Bilder:

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