Die Pflanzen der Welt von A bis Z

Frucht- & Obstlexikon

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Schwarze Johannisbeere
Klasse:
Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige (Rosopsida)
Ordnung:
Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie:
Stachelbeergewächse (Grossulariaceae)
Gattung:
Johannisbeeren (Ribes)
Schwarze Johannisbeere - Blüte

Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum)

Ausgehend vom Französischen, wird die Schwarze Johannisbeere auch Cassis genannt.

Der typischer Geschmack ihrer Früchte wird von manchen Leuten als "wanzenartig" beschrieben, was der Beere volkstümlich auch den Namen "Wanzenbeere" eingebracht hat. Sie ist jedoch eine der gesündesten Früchte, die die Natur zu bieten hat.

Vorkommen & Herkunft:

Ihre Heimat ist in Mittel- und Osteuropa sowie in einigen asiatischen Ländern. Bereits im Mittelalter wurden die Sträucher in Klostergärten kultiviert.

Die Merkmale der Pflanze:

1 bis 2 m hoher Strauch mit hell berindeten Zweigen. Die Blätter sind wechselständig, recht langstielig, 3-5-teilig, am Grund herzförmig, gezähnt und duften stark duftend. Auf der der Oberseite sind sie kahl, auf der Unterseite behaart und mit zahlreiche gelbliche Harzdrüsen besetzt.

Die Blütezeit ist von April bis Mai. Der Blütenstand ist eine nickende Traube. Die Blüten sind rötlich bis bräunlich-grün gefärbt, besitzen eine unauffällige Blütenhülle und sind fünfzählig. Die Blumenkrone ist länger als Kelch, verwachsenblättrig mit kurzer Kronröhre und flachen Kronblattzipfeln, behaart und gelbknotig. Als Frucht trägt der Strauch mehrsamige, schwarze Beeren. Die Beeren sind 5 bis 10 mm groß und wegen ihres hohen Anthocyan-Gehalts in der Schale schwarz-violett gefärbt. Die Reifezeit der Beeren aus Deutschland ist Juli/August.

Anbau:

Der Herbst ist die beste Zeit um Schwarze Johannisbeeren zu pflanzen, der Abstand sollte 1,5 bis 2 m betragen. Am Besten gedeihen die Pflanzen in offenen sonnigen Lagen, vertragen jedoch auch halbschattige Standorte. Sie benötigen einen durchlässigen und nährstoffreichen Boden. Da sie meist nur an den einjährigen Trieben fruchten, muss das ältere Holz immer wieder auf die Nebenäste abgesetzt werden. In den ersten Jahren wird die Leittriebe (8-10) um ein Drittel zurückgeschnitten, alte Leittriebe werden mit der Zeit durch neue Bodentriebe ersetzt.

Schwarze Johannisbeeren bilden sehr schnell neue Wurzeln aus, deshalb lassen sie sich auch problemlos aus Stecklingen vermehren.

Inhaltsstoffe:

Blätter: Flavonoide, oligomere Proanthocyanidine, Ascorbinsäure, ätherisches Öl.
Beeren: Anthocyane, Fruchtsäuren, Flavonoide, Phenolcarbonsäurederivate, Monosaccharide.

Die Schwarze Johannisbeere hat von allen Gartenfrüchten den höchsten Vitamin C-Gehalt. Sie ist zudem reich an Kalium, Calcium, Phosphor, Pektin, Fruchtsäuren und sogenannten P-Faktoren (P steht für Permeabilität, d. h. Durchlässigkeit der kapillaren Blutgefäße). Vom gesundheitlichen Standpunkt aus ist die Schwarze Johannisbeere eine der wertvollsten Beerenobstarten.

Energieträger Mineralstoffe Vitamine
57 kcal 2 mg Natrium 23 µg Vitamin A
239 kJoule 341 mg Kalium 0,1 mg Vitamin B1
0.9 Broteinheiten 17 mg Magnesium 0,1 mg Vitamin B6
10,3 Kohlenhydrate 53 mg Calcium 189 mg Vitamin C
1,3 g Protein 40 mg Phosphor 1.9 mg Vitamin E
0,2 g Fett 1,2 mg Eisen 3 µg Folsäure
0,1 g mehrf. unges. FS 0,3 mg Zink 0,1 mg Carotin

Für die Inhaltsstoffe und die Trockensubstanz ist die Temperatur und die Niederschlagsmenge in den letzten 15 Tagen vor der Ernte ausschlaggebend.

Verwendung:

Die schwarze Johannisbeere ist die Grundlage des Cassissirups bzw. des Cassislikörs. Die schwarze Johannisbeere wird als Saft getrunken oder zu Gelees oder Marmeladen weiterverarbeitet. Milde schmeckende Sorten sind auch für den Rohgenuss geeignet, z. B. zu Quark, Eis oder Pudding.

Rezepte: Johannisbeerkonfitüre

Die Blätter (Blattspreiten) werden im Juni geerntet und an der Luft getrocknet. Man muss darauf achten, ausschließlich Blätter zu sammeln, die frei von Pilzen sind.

Der Blütenknospenextrakt der schwarzen Johannisbeere wird in der Parfümerie-Industrie verwendet.

Tipps:

  • Schwarze Johannisbeeren sind nur beschränkt lagerfähig.
  • Schwarze und rote Johannisbeersträucher kann man durch Reiben der Blätter unterscheiden: Blätter der roten Johannisbeeren sind geruchlos, die Blätter der schwarzen Johannisbeeren duften.

Medizinische Anwendung:

  • Die schwarze Johannisbeere wurde seit alters her als Heilmittel gegen Rheuma, Gicht, Erkältungskrankheiten, Skorbut und Angina gebraucht.
  • Die Beeren vitalisieren mit zahlreichen Ballaststoffen den Darm, entgiften ihn und halten die Darmflora im Gleichgewicht.
  • Anthocyane besitzen die Eigenschaft im menschlichen Körper gefährliche Radikale unschädlich machen zu können.

Johannisbeer-Blätter-Tee: 1 bis 2 gehäufte TL mit ¼ l kalten Wasser übergießen, langsam zum Sieden bringen und sofort abgeseihen. 2 bis 3 Tassen täglich bei Wassersucht, Harnverhaltung und Rheuma.

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