Die Pflanzen der Welt von A bis Z

Strauch- & Baumlexikon

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Persica vulgaris
Klasse:
Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Ordnung:
Rosenartige (Rosales)
Familie:
Rosengewächse (Rosaceae)
Gattung: Prunus
Perzik

Pfirsich (Prunus persica)

Die Bezeichnung Pfirsich geht auf das mittelhochdeutsche Wort "pfersic" zurück, welches sich vom lateinischen Wort für persische Pflaume Prunus persica ableitet. Vor allem in der arabischen Welt ranken sich eine Vielzahl von Geschichten um den Pfirsichbaum. In China gilt der Pfirsich als Symbol der Unsterblichkeit.

Vorkommen & Herkunft:

Die Form des heutigen Kulturpfirsich stammt aus dem mittleren und nördlichen China, wo er schon seit mindestens 2500 Jahren angebaut wird. Über Persien gelangte er in die Mittelmeerländer. In Europa kam der Aufschwung vor allem durch die Römer zustande, die ihn in ihren Kolonien verbreiteten. In Mitteleuropa und Amerika ist der Baum etwa seit dem 16. Jahrhundert bekannt.

Merkmale:

Der Pfirsichbaum ist ein bis zu acht Meter hoher, laubabwerfender und buschiger Obstbaum mit breiter, niedriger Krone. Die Rinde ist graubraun und fein gefurcht, die Äste sind gerade und die Zweige glatt. Zu Beginn des Frühjahrs trägt er rosarote bis lavendelfarbige Büten, in wärmeren Gebieten schon im Spätwinter. Sie sind 2 bis 3 cm groß und stehen einzeln, jedoch dicht beieinander. Die lanzettförmigen, etwa 6–12 cm langen Blätter entwickeln sich erst später. Sie sind meist entlang der Mittelrippe gebogen, oberseitig glänzend dunkelgrün und unterseitig hellgrün gefärbt.

Im Mittsommer reifen dann die mit samtigem Flaum bedeckten, fleischigen Früchte heran. Sie werden 5 bis 10 cm groß, und sind rundlich oder oval-rundlich geformt. Ihrer Grundfarbe ist grünliche bis gelbliche und weist rote oder orange gefärbte Bäckchen oder Streifen auf. Während Pfirsiche eine leicht pelzige Haut haben, besitzen Nektarinen eine glatte und weiche Haut.

Das Fruchtfleisch ist weißlich oder gelblich gefärbt und umschließt einen 1,5 bis 2,5 cm großen, stark gefurchten Kern (Stein), der die Samen enthält.

Anbau:

Wegen seinem hohen Wärmebedarf wird er vor allem in Mittelitalien, Spanien, Frankreich, Ungarn und Griechenland angebaut. In Mitteleuropa vor allem in Weinbaugebieten angepflanzt. In Deutschland ist der Anbau nur an geschützten Stellen möglich, die keine Staunässe und wenig Frost haben. Sind die Winter zu kalt, wird das Holz geschädigt und die frühe Blüte vom Frost erwischt.

Als Strauch lassen sich auch Pfirsiche in Kübeln ab 80 Liter Inhalt ziehen. Sie verlangen gleichmäßige Feuchtigkeit im Wurzelbereich. Zu zahlreiche Früchte müssen ausgedünnt werden. Vermehrt wird der Pfirsich vorwiegend durch die Okulation. Im weltweiten Anbau beträgt das Verhältnis Pfirsiche zu Nektarinen etwa 60 zu 40.

Sorten:

Weltweit gibt es etwa 3000 Sorten. Es gibt weiß- und gelbfleischige Sorten, und solche, die steinlösend ("Freestones", "Kerngeber") und nichtsteinlösend ("Klingstones", "Durantien") sind.

  • Dixired: Der gelbfleischige, mittelgroße bis große Pfirsich ist meist leuchtend bis dunkel karminrot gefärbt oder gestreift. Seine Schale ist schwach behaart.
  • Hale ist eine gelbfleischige, rundliche, sehr gut haltbare Sorte mit orangegelber bis roter Schale und festem Fruchtfleisch.
  • Nerine ist eine gelbfleischige, mittelgroße Sorte mit streifiger bis deckfärbiger Rötung und süßlichem, schwach würzigem Geschmack. Der Kern lässt sich meist nicht gut lösen.
  • Springtime: Diese weißfleischige Sorte besitzt eine weißlich-grünliche Schale mit intensiv roten Backen und etwas faserigem Fruchtfleisch.
  • Plattpfirsich (Prunus persica var. platycarpa): Er hat eine flache, fast platte Form, ähnlich wie eine Diskusscheibe, daher auch der Name. (mehr Infos)
  • Redhaven ist die Hauptsorte weltweit. Die Frucht ist rundlich, groß, schwach feinwollig behaart und zur Hälfte gestreift bis verwaschen leuchtend karminrot gefärbt. Das Fruchtfleisch ist orangegelb, zart, saftig, süß-säuerlich, aromatisch und gut steinlösend.
  • Red Top: Diese mittelfrühe Sorte hat ein besonders dunkelgelbes Fruchtfleisch, ist sehr saftig und schmeckt angenehm süß. Sie kommt hauptsächlich aus Frankreich und Italien.
  • Weinbergpfirsich: Im 16. und 17. Jahrhundert wurden in Weinbauklimaten, so auch an der Mosel als dem nördlichsten Verbreitungsgebiet, kleinfrüchtige Pfirsichsämlinge (Weinbergpfirsiche) gezogen. Diese Pfirsiche haben ein dunkelrotes, sehr festes Fruchtfleisch und eine dunkle, pelzige Haut. Das Fruchtfleisch ist meist weniger süß als das vom Kulturpfirsich, hat aber einen intensiveren Pfirsichgeschmack und Geruch. Zwei bis drei Tage vor der Eßreife geerntete Früchte sind bis 6 Wochen lagerbar. Der Weinbergspfirsich wird überwiegend eingeweckt oder zu Marmelade oder Likör verarbeitet. Trockene Steilhänge, durchlässige Kiesböden sowie stauende Nässe sind als Standort ungeeignet.

Inhaltsstoffe:

Der Pfirsich wird wegen seines hohen Vitamin C Gehaltes sehr geschätzt, den er auch nach Lagerung nur langsam verliert. 100 g frische Pfirsiche enhalten:

Energieträger Mineralstoffe Vitamine
40 kcal 1 mg Natrium 73 µg Vitamin A
170 kJoule 176 mg Kalium 0,1 mg Vitamin B2
0.7 Broteinheiten 9 mg Magnesium 10 mg Vitamin C
8.9 Kohlenhydrate 7 mg Calcium 1 mg Vitamin E
0.8 g Protein 25 mg Phosphor 2 µg Folsäure
0,1 g Fett 0,5 mg Eisen 0.4 mg Carotin
  0,1 mg Zink  

Der Samen ist allerdings sehr giftig, da er ca. 6,5 % blausäureabspaltendes Amygdalin enthält.

Verwendung:

Pfirsiche zählen wegen ihres aromatischen und saftigen Fruchtfleisches zu den edelsten Steinobstarten und in erster Linie wird die Frucht verarbeitet. Die Früchte können sowohl roh als auch gekocht, im Kuchen oder als Salatzugabe verzehrt werden. Je nach Sorte ist der Geschmack unterschiedlich süss und saftig. Beliebte Konservierungsmethoden sind Einwecken, Kompott, Marmeladen und Gelees. Für die Industrie spielt der Pfirsichanbau zur Herstellung von Kompotten eine wichtige Rolle.

Es bietet sich auch die Möglichkeit Saft oder Edelbrände und Likör herzustellen.

Die gummiähnliche Ausscheidung der Frucht wurde bis zu Herstellung synthetischen Klebers in manchen Gegenden als Klebstoff verwendet. Das Holz eignet sich zu Drechselarbeiten.

Tipps:

  • Pfirsiche schmecken eigentlich nur dann wirklich gut, wenn sie am Baum ausgereift sind.
  • Die weißfleischigen Pfirsiche sind meist teurer, da sie besonders aromatisch und saftig sind. Sie allerdings auch viel empfindlicher als die gelbfleischigen.
  • Pfirsiche können am Besten gepellt werden, wenn man sie kurz in kochendes Wasser taucht und anschliessend sofort in Eiswasser abgeschreckt. Danach mit einem Küchenmesser die Haut oben am Stielansatz einkerben und abziehen.
  • Pfirsichhälften werden nicht braun, wenn man sie mit Zitronensaft beträufelt.

Medizinische Anwendung:

  • Hildegard von Bingen empfahl die unreife Frucht samt Kernen, die Blätter, die Wurzel, das Harz und die Rinde zur äußerlichen Anwendung bei tränenden Augen, Kopfschmerzen und Gicht.
  • Pfirsiche enthalten Natrium und Kalium in dem Verhältnis 1:7 daher helfen sie bei Schlappheit, Herz-Keislauf-Problemen und Bluthochdruck.
  • In der Frucht stecken sehr viele Ballaststoffe und Pektine. Diese kurbeln die Verdauung an und helfen gegen Verstopfung Die Pektine senken übrigens auch leicht erhöhten Cholesterinspiegel.
  • Pfirsiche enthalten besonders viele Biotine und die stärken Hautgewebe, Haare und Fingernägel.
  • Die enthaltenen Xantophylle helfen Krebserkrankungen vorzubeugen.
  • Pfirsiche machen glücklich. Verantwortlich dafür ist das Niazin. Dieser Wirkstoff entspannt, hilft Stress abzubauen und verbessert die Stimmungslage.
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