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Hülsenfrüchte: Linsen (Lens)

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Linse (Lens culinaris)
Klasse:
Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Ordnung:
Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie:
Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Gattung:: Linsen (Lens)
Linse (Lens culinaris) Linse (Lens culinaris)

Linse (Lens culinaris)

Linsen zählen zu den ältesten Kulturpflanzen und wurde bereits vor 10.000 Jahren in Ägypten und Kleinasien angebaut. Die Linse ist wärmeliebend und wird daher heute vorwiegend im mediterranen Klima und in Teilen Asiens angebaut. Bei Ausgrabungen in altsteinzeitlichen Höhlen im Mittelmeerraum wurden wildwachsende Linsen gefunden.

Die Pflanze:

Die einjährige Pflanze wächst stark verzweigend und wird bis zu 50 cm hoch. Ihre meist sechs- oder siebenpaarig gefiederten Blätter bilden an ihrem Ende Wickelranken aus. Die kleinen, weißen Blüten stehen zu zweit an langen Stängeln. Sie haben die typische Schmetterlingsform und die sogennte Fahne ist lila geädert.Blütezeit ist hauptsächlich im Juni. Daraus entwickelt sich im Spätsommer eine maximal 2 cm lange Hülse, die zwei flache und runde Samen mit einem Durchmesser von 3 bis 7 mm beinhaltet.

Wie viele andere Leguminosen auch (z.B. Erbse, Bohne) kann die Linse mit Hilfe von Knöllchenbakterien, die sich an den Wurzeln ansiedeln, Stickstoff aus der Luft binden.

Sorten:

Beluga Linsen: Diese Linsen haben ihren vornehmen Namen vom feinen Beluga-Kaviar. Sie sind klein, schwarz und besonders aromatisch. Sie behalten beim Kochen nahezu ihre Farbe und Form. Beluga Linsen bilden einen dekorativen Kontrast zu hellen Speisen.

Berglinsen: Die aus der Türkei stammenden Linsen sind braungrün oder rotbraun gefärbt und besitzen sie eine feste Schale. Sie sind klein, würzig und nussig im Geschmack. Berglinsen behalten beim Kochen ihre Form und lassen sich für Salate und Eintöpfe sowie für die Sprossenzucht verwenden. Sie haben eine Kochdauer von etwa 20 bis 30 Minuten.

Braune Teller Linsen: Diese Linsen sind größer als alle anderen Linsen und erreichen 7 mm im Durchmesser. Sie sind mild-aromatisch im Geschmack, kochen leicht mehlig und werden für das Kochen von Eintöpfen bevorzugt. Diese Sorte sollten man mindestens 40 bis 50 Minuten kochen lassen.

Gelbe Linsen: Die Linsen passen zu vielen orientalischen Gerichten und sind besonders beliebt in der traditionellen türkischen Küche. Sie werden direkt nach der Ernte geschält und erhalten durch einen aufwendigen Reinigungs- und Polierprozess ihre Farbe. Diese Linsen kochen schnell weich und cremig. Sie sind leichter verdaulich als Sorten mit Schale.

Puy-Linsen: Die Bezeichnung "du Puy” trägt die Linse nach einem Berg in Frankreich, an dessen Hängen sie auch heute noch angebaut wird. Es handelt es sich um kleine, schiefergraue grün-blau gesprenkelte Linsen. Sie sind kräftig im Aroma, nussig bis pfeffrig. Sie behält beim Kochen ihre Form, lässt sich hervorragend keimen und für leckere Salate sowie Eintöpfe verwenden.

Rote Linsen: Bei dieser Sorte handelt es sich um geschälte rot-braune Linsen, daher haben sie einen geringeren Nährstoffgehalt und eine kurze Kochzeit (ca. 15 Minuten). Sie werden direkt nach der Ernte geschält und nach einer aufwendigen Reinigung mit sehr wenig Sonnenblumenöl poliert. So erhalten sie ihre typisch leuchtend rote Farbe.Rote Linsen sind mild im Geschmack und, da sie leicht zerkochen, sehr gut für Suppen sowie Pürees geeignet. In Indien gelten sie als "dhal” zubereitet als Grundnahrungsmittel.

Inhaltsstoffe:

Linsen gehören zu den Hülsenfrüchten und zählen aufgrund ihres hohen Ballaststoff- und Eiweißanteils in vielen Ländern zu den Grundnahrungsmitteln. Sie sind ernährungsphysiologisch sehr wertvoll, ist reich an Mineralstoffen wie Eisen, Phosphor, Kalium, Magnesium und Calcium.

Verwendung in der Küche:

Linsen sind nicht zum Rohverzehr geeignet und galten lange als Arme-Leute-Essen. Sie eignen sich hervorragend für Suppen und Eintöpfe. Jedoch auch gekocht als Salat und als Püree sind sie ein Genuss.

Gewürze wie Curry, Ingwer, Koriander, Chili, Rosmarin, Thymian und Salbei verbessern den Linsengeschmack und helfen gleichzeitig bei der Verdauung. Um den Linsengeschmack voll zu entfalten, wird am Schluss der Zubereitung etwas Säure (Essig, Zitronensaft oder Wein) zugegeben.

Tipps:

  • Geschälte Hülsenfrüchte sind leichter verdaulich, enthalten aber weniger Mineralstoffe und Vitamine.
  • Trockenlinsen sollte man kühl, dunkel, verschlossen und trocken aufbewahren und innerhalb eines halben Jahres verbrauchen.

Medizinische Anwendung:

  • Linsen eignen sich gut für kochsalzarme Diäten bei Bluthochdruck, da sie einerseits einen geringen Natriumgehalt, andererseits einen hohen Kaliumgehalt aufweisen.
  • Gichtkranke solltenwegen dem hohen Puringehalt auf den Genuss von Linsen verzichten.
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