Die Pflanzen der Welt von A bis Z

Bäume & Sträucher

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Cocos nucifera
Klasse:
Einkeimblättrige (Liliopsida)
Ordnung:
Palmenartige (Arecales)
Familie:
Palmengewächse (Arecaceae)
Gattung:
Kokospalmen (Cocos)

Kokospalme
Bild: Mr. Philip Gabrielsen

Kokospalme - Bluete
Bild: Kurt Stübe

Kokosnuss
Bild: Kurt Stüber

Kokosnuss - Coconut (Cocos nucifera)

Die Kokospalme gehört zu den Charakterpflanzen tropischer Küstenregionen und ist Inbegriff für Sommer, Sonne, Strand und Meer. Beim Genuss des süß- säuerlichen Kokoswasser oder des nussig-schmeckenden Fruchtfleisches kommen meist Urlaubsgefühle auf. An den Küsten Indiens, Burmas, Indonesiens und den pazifischen Inseln stellt das Fruchtfleisch der Kokosnuss das zentrale Nahrungsmittel dar.

Vorkommen & Herkunft:

Die ursprüngliche Herkunft der Kokosnuss ist ungewiss, da sie auf dem Wasser treibend mehrere tausend Kilometer zurücklegen kann ohne dabei ihre Keimfähigkeit zu verlieren. Sie ist ein Baum der feuchtwarmen Tropen. Wahrscheinlich stammt sie aus dem tropischen Melanesien, Inselgruppen im südwestlichen Stillen Ozean, oder Malaysia.

Die Merkmale der Pflanze:

Die Kokospalme bildet sie keine Kronen, vielmehr trägt sie einen dichten Schopf großer Blätter und wird daher auch als Schopfbaum bezeichnet. Ein sogenannter Schopf besteht aus etwa 30 gefiederten Blättern. Sie werden bei ausgewachsenen Palmen 3 - 7m lang, bis zu 1m breit und können einem Gewicht von 10 - 15kg erreichen. Im ersten Jahr stehen sie aufrecht, im zweiten Jahr waagrecht und hängen im dritten Jahr herab, bevor sie absterben.

Eine ausgewachsene Palme erreicht in der Regel eine Höhe von 20 - 25m. Ihr Stamm wird an der Basis 40 - 50cm dick, verjüngt sich jedoch nach oben auf nur 20 - 30cm. Das Höchstalter der Kokospalmen liegt zwischen 100 und 120 Jahren.

Aus den Blattachsen wachsen frühestens ab dem 6.Jahr verzweigten Blütenstände mit jeweils bis zu 40 weiblichen und über 10.000 männlichen Blüten. Die Bestäubung wird sowohl durch Wind als auch durch Insekten vollzogen.

Die Nüsse, genaugenommen handelt es sich um Steinfrüchte, reifen in Gruppen verschiedener Entwicklungsstadien. Sie bestehen aus drei miteinander verwachsenen Karpellen, daher auch die drei Keimlöcher, die oben zu sehen sind. Je nach Sorte und Alter trägt die Kokospalme 50- 180 Früchte pro Jahr, die mit ihrer Schale bis 2,5 kg wiegen. Die eigentliche Nuss ist der Kern der Frucht und wiegt 0,5 bis 1 kg.

Anbau:

Die Palme fruchtet nur zwischen dem 26. Grad südlicher beziehungsweise nördlicher Breite. Sie verträgt auch permanente starke Seewinde und übersteht oft selbst starke Stürme. Der Baum gedeiht besonders gut auf frischen, lockeren, nährstoffreichen und tiefgründigen Böden an Küsten und Flussmündungen. Das ganze Jahr über braucht die Kokospalme volle Sonne, stellt hohe Wärmeansprüche und ist frostempfindlich.

Die einfachste Möglichkeit sich eine Kokospalme zuzulegen, ist der Kauf eines gekeimten Kerns mit 1 oder 2 Keimblättern. Bei eigener Aufzucht aus einer Nuss wird im Frühling eine möglichst frische Frucht liegend zur Hälfte in Substrat gesteckt. Sodann gut angegossen, mit einer Plastikhaube versehen und an einen hellen und bis zu 30°C warmen Ort gestellt. Die drei Punkte, die man auf einer Seite sieht, sind die drei Keimlöcher, wobei immer nur ein Keim zu wachsen beginnt. Die beiden inaktiven Keimlöcher verhärten. Ein Platz in der prallen Sonne sollte jedoch vermieden werden. Die Keimung kann ein halbes Jahr oder länger dauern. Gegossen sollte nur mit warmem Wasser werden, da sonst das Wachstum stoppt.

Zimmerhaltung ist nicht ideal, da der hohe Lichtbedarf und die notwendige hohe Luftfeuchtigkeit meist nicht gewährt werden können.

Inhaltsstoffe:

Kokosnüsse haben einen sehr hohen Fettgehalt von 36,5%, die Mineralstoffe Kalium, Phosphor und Eisen sowie Vitamine der B- Gruppe.

kcal kJoule Wasser Fett Kalium Calcium Magnesium Vitamin C
358-363 1498 45 g 36,5 379 mg 20 mg 39 mg 2 mg

Verwendung:

Die Pflanze bietet den Bewohnern tropischer Küsten seit Jahrtausenden eine hervorragende Nahrungs- und Rohstoffquelle.

Verwendung in der Küche:

  • Fruchtfleisch: Besonders lecker schmecken Kokosnüsse als frischer Snack für zwischendurch. Geraspelt bereichern sie Obstsalate und harmonieren in anderen Desserts sehr gut mit Schokolade.
  • Kokoswasser: Die im Hohlraum befindliche süßliche, fast klare Flüssigkeit ist in den Anbauländern ein wichtiger Trinkwasserersatz. Gut gekühlt ist es in den Tropen für Touristen der Urlaubsdrink schlechthin. Etwa ein Liter ist in weniger reifen Früchten enthalten und keimfrei, solange die Nuss geschlossen bleibt. Es wird mit zunehmender Reife weniger.
  • Kokosmilch: Sie wird hergestellt, indem das Fruchtfleisch mit heißem Wasser püriert und die Mischung dann durch ein Tuch ausgepresst wird. In der asiatischen Küche wird sie in zahlreichen Gerichten, Saucen und Suppen verwendet. Bars benötigen sie zum Mischen verschiedener Cocktails, wie z.B. Piña Colada und Batida de Coco. Man kann sie auch wie Milch für westliche Süßspeisen , z.B. Pudding verwenden.
  • Palmnektar: Aus dem süßen, Vitamin-B-reichen Saft, der beim Anschneiden des Stammesaustritt, kann man den geschmackvollen Palmzucker gewinnen oder den Saft zu Palmwein vergären. Aus ihn wird durch Destillation Arrak gewonnen. Eingedickt wird der Saft als süßer Palmhonig genossen
  • Palmherzen: Beim Fällen der Bäume wird aus dem oberen Ende des Stammes, dem sogenannten Vegetationskegel das Palmherz gewonnen.

Sonstige Verwendung:

  • Kobra: Durch Trocknen wird der Wassergehalt des Fruchtfleisches auf 5 % reduziert. Der Fettgehalt beträgt dann 63 bis 70 %. Diese Masse wird zum Pressen von Kokosöl und in der Süßwarenindustrie verwendet. Der Pressrest stellt ein wertvolles Viehfutter dar, da er viel Zucker, Eiweiß und Mineralien enthält.
  • Kokosschalen: Aus ihnen können Becher, Schalen, Schnitzereien, Taschen und sonstiges Kunsthandwerk hergestellt werden. Die leeren Schalen werden auch als hochwertiger Brennstoff genutzt. Sie können zu Holz- oder Aktivkohle veredelt werden
  • Blätter: Sie werden als Dachbedeckung für Hütten, ihren Fasern zum Flechten von Hauswänden, Körben und Matten verwandt.
  • Holz: In den Tropen wird es seit jeher für den Bau von Hütten und für Schnitzarbeiten, zwischenzeitlich jedoch im Schiffbau und der Möbelindustrie verwandt.

Tipps:

  • Um an das leckere Kokoswasser zu kommen, muss man durch zwei der drei "Keimaugen" einen Nagel schlagen. Durch das eine Loch lässt man das Wasser in Glas laufen, das andere zieht Luft. Oder einfach einen Strohhalm reinstecken und ausdrinken.
  • An der enthaltenen Menge Kokoswasser kann abgeschätzt werden, wie lange eine Nuss gelagert wurde. Je frischer, desto mehr Kokoswasser befindet sich darin.
  • Das Öffnen einer Kokosnuss ist einfach, wenn man weiß, wie es geht. Die Nuss in die Hand nehmen und leicht mit einem Hammer entlang der Narbe auf die Schale schlagen, bis diese aufspringt. Aufsägen ist sehr mühsam und gefährlich.

Medizinische Anwendung:

  • Kokoswasser ist keimfrei, solange die Nuss geschlossen bleibt
  • Medizinisch wurde das sterile und isotonische Kokoswasser unter Notfallbedingungen schon intravenös als Infusionslösung eingesetzt.
  • In einigen tropischen Ländern wird Kokoswasser bei Durchfall traditionell zum Flüssigkeitsausgleich eingesetzt.
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